Erfurt, 11. Juni 2026 – Mit der ersten Veranstaltung des neuen Dialogformats „ImBlick“ hat der IB in Thüringen am Mittwochabend im Augustinerkloster Erfurt einen erfolgreichen Auftakt für den fachlichen Austausch zu Zukunftsfragen der Sozialwirtschaft geschaffen. Rund um das Thema „Viertagewoche in der Sozialwirtschaft“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und sozialer Praxis zusammen, um Chancen, Herausforderungen und Perspektiven neuer Arbeitsmodelle zu diskutieren.
In ihrer Begrüßung betonte die Regionalleiterin des Internationalen Bundes Thüringen, Britta Weigand, die Zielsetzung des neuen Veranstaltungsformats. „Mit ImBlick möchten wir einen Raum schaffen, in dem aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Zukunftsfragen der Sozialwirtschaft aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Es geht darum, voneinander zu lernen, neue Impulse aufzunehmen und gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln“, erklärte Weigand.
Die Wahl des Auftaktthemas stieß auf großes Interesse. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels, steigender Anforderungen an Beschäftigte und veränderter Erwartungen an moderne Arbeitswelten gewinnt die Diskussion um innovative Arbeitszeitmodelle zunehmend an Bedeutung. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen die Viertagewoche einen Beitrag zur Attraktivität sozialer Berufe sowie zur langfristigen Fachkräftebindung leisten kann.
Wissenschaftliche Perspektiven lieferte Marika Platz von der Universität Münster. Sie stellte aktuelle Forschungsergebnisse zur Viertagewoche vor und beleuchtete deren Auswirkungen auf Arbeitszufriedenheit, Produktivität und Arbeitgeberattraktivität. Ergänzt wurden diese Erkenntnisse durch die Praxisberichte von Andreas Claus vom DRK Sangerhausen, der Einblicke in konkrete Erfahrungen bei der Umsetzung der Viertagewoche in der Pflege gab.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Podiumsdiskussion mit Thüringens Staatssekretärin Tina Rudolph, unserem Vorstandsvorsitzenden des IB e. V., Thiemo Fojkar, Marika Platz und Andreas Claus. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden die Voraussetzungen für zukunftsfähige Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen sowie die Rolle von Politik, Trägern und Einrichtungen bei der Gestaltung moderner Arbeitswelten.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Sozialwirtschaft vor tiefgreifenden Veränderungen steht und neue Lösungsansätze gefragt sind, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es keine pauschalen Antworten gibt, sondern individuelle und praxisnahe Konzepte erforderlich sind.
Mit „ImBlick“ verfolgt der Internationale Bund Thüringen das Ziel, aktuelle Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten. Das neue Format soll künftig regelmäßig Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen und den Dialog über die Zukunft der Sozialwirtschaft in Thüringen fördern.
„Der große Zuspruch und die intensive Diskussion haben gezeigt, wie wichtig der Austausch über neue Wege der Arbeitsgestaltung in der Sozialwirtschaft ist. Wir freuen uns darauf, diesen Dialog mit weiteren Veranstaltungen fortzuführen“, zog Britta Weigand zum Abschluss eine positive Bilanz.
Autorin: Rita Horn